Pressemitteilung vom 09.04.2013

FREIE WÄHLER würdigen die Pionierleistung von Peter Stromer

Die FREIEN WÄHLER des Landkreises Nürnberger Land würdigen die Pionierleistung von Peter Stromer

Burgthann - Im Rahmen des FREIE WÄHLER-Ortsvorsitzendentreffens des Landkreises Nürnberger Land wurde am Dienstag, den 09. April 2013, in Anwesenheit von Landrat Armin Kroder und den FW-Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl aus gegebenen Anlass auch das Thema Nürnberger Reichswald näher erörtert.

Am 09. April 1368, also vor genau 645 Jahren begann der Nürnberger Rats- und Handelsherr Peter Stromer mit den Versuchen seiner Nadelwald-Saaten im Lorenzer Reichswald und entwickelte dabei ein neues Verfahren zur Waldbegründung. Das klingt heute nicht besonders sensationell, bedeutete tatsächlich aber einen gewaltigen Sprung nach vorn bei der Überwindung des mittelalterlichen Weltbildes. Denn in diesem galten Nadelbäume mit ihren scheinbar wertlosen Früchten, den „Kien-Äpfeln“, als „arbores malae et nonfructiferae“, also als schlechte und keine Früchte tragende Bäume und damit als Früchte des Teufels. Auch waren eine wirtschaftliche Vorausplanung und irdische Daseinsvorsorge für kommende Generationen – mithin durch die Abkehr vom Raubbau im Wald Ansätze zu einer forstlichen Nachhaltigkeit – dem mittelalterlichen Denken vollkommen fremd, von planmäßig ausgeführten Experimenten ganz zu schweigen. Der Wald befand sich damals aufgrund von Rechtsstreitigkeiten, zu hohen Rotwildbeständen sowie einer massiven Übernutzung in einem beklagenswerten Zustand. Die Nürnberger Nadelwald-Saaten stellen daher einen außergewöhnlichen Fortschritt nicht nur in der Forstwirtschaft, sondern in der Technik der Urproduktion überhaupt dar. Dank dieser planmäßigen Aufforstungstechnik wird der Nürnberger Reichswald, dessen als Lorenzer Reichswald bezeichnetes Teilgebiet sich über den südlichen Bereich des Landkreises Nürnberger Land erstreckt, zum ersten Kunstforst der Welt. Stromer gilt mit seiner Pionierleistung als Vater der Forstkulturen.

"Der Nürnberger Reichswald galt damals als des „Heiligen Römischen Reiches Bienengarten“, also als ertragreicher Bienenwald. Die Nürnberger Lebkuchen wären ohne den Honig aus dem Reichswald gar nicht denkbar gewesen", erläutert die FW/UNA-Vorsitzende aus Altdorf Cordula Breitenfellner und verweist auf die im Mittelalter bedeutende Imkerei. Die sogenannten Zeidler besaßen über Jahrhunderte Sonderrechte im Nürnberger Reichswald. Die historischen Wurzeln vieler Kommunen im Nürnberger Reichswald, wie etwa bei der Marktgemeinde Feucht, liegen in der damaligen Ansiedelung von Zeidlern.

Der FW-Vorsitzende aus Feucht Heinz Fleischmann ergänzt: "Heute gilt der 25.000 ha große in seiner ökologischen Funktion und der Naherholung dienende Nürnberger Reichswald aufgrund seiner Artenvielfalt von Flora und Fauna als besonders schützenswert und wurde deshalb als erster Wald Bayerns zum Bannwald erklärt. Zwischenzeitlich wurde er zusätzlich als Europäisches Vogelschutzgebiet und Natura-2000-Gebiet ausgewiesen."

"Eine gute Infrastruktur sowie eine gesunde und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sind Grundvoraussetzungen für einen lebensfähigen und lebenswerten ländlichen Raum, zu dem weite Teile des Nürnberger Lands zählen. Notwendige Eingriffe, wie etwa Infrastrukturmaßnahmen im sensiblen Bereich des Nürnberger Reichswaldes sind daher mit entsprechendem Augenmaß durchzuführen", fordert Angelika Feisthammel, die Burgthanner FW-Landtagskandidatin.

"Das Ziel der FREIEN WÄHLER ist der Erhalt einer flächendeckenden und bäuerlich strukturierten gesunden und nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft sowie die Stärkung der Wertschöpfung in der Region", so Landrat Armin Kroder. "Auch im Umwelt- und Naturschutz setzen die FREIEN WÄHLER auf die enge Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben, anstatt auf überbordende ordnungspolitische Vorgaben und ausufernde gesetzliche Regelungen, die in den meisten Fällen den jeweiligen Situationen gar nicht gerecht werden“, sind sich die beiden FW-Direktkandidaten für Land und Bund Andreas Tiedtke aus Lauf und Hartwig Kohl aus Hersbruck einig.

"Die heimische Land- und Forstwirtschaft stellt zudem nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln sicher, sondern erfüllt vielmehr auch unersetzbare wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene Faktoren", erklärt der FW-Vorsitzende aus Burgthann Klaus Vitzthum abschließend.

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