Pressemitteilung vom 31.10.2026
„Unteres Tor: Entlastung JA - aber nicht auf Kosten der Anwohner anderer Straßen“
ALTDORF - Die geplante einseitige Sperrung des Unteren Tors bewegt Altdorf. Künftig soll die Ausfahrt vom Marktplatz zur Neumarkter Straße entfallen; stadteinwärts bliebe das Tor passierbar. Die Stadtverwaltung schlägt zunächst einen einjährigen Versuch vor.
Auch die FW/UNA will den Durchgangsverkehr am Marktplatz reduzieren. Die BERNARD-Prognose zeigt die Kehrseite, wenn nun eine Sperrung der Ausfahrt erfolgen sollte, ohne dass gleichzeitig eine Nordtangente existiert: Im Planfall 2b sinkt die Belastung am Unteren Markt um 20 bis 45 Prozent und auf der Neumarkter Straße zwischen Unterem Tor und Kreisverkehr um etwa 50 Prozent. Zugleich würde der Verkehr auf der Schießhausstraße um 25 bis 35 Prozent steigen, auf der Unteren Brauhausstraße und Am Plätzlein/Hesselgasse um je 30 Prozent und auf der Türkeistraße/Lederesmühle um 20 bis 25 Prozent. Auch die Bahnhofstraße wäre betroffen.
„Wir dürfen den Verkehr nicht einfach in andere, ohnehin stark beanspruchte Straßen verdrängen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Horst Gruber. „Wir wollen eine sichere, lebendige Altstadt und die Folgen sorgfältig abwägen.“
Inzwischen liegen Unterschriftenlisten und Einwände der Einzelhändler von Altdorf Aktiv vor. Sie befürchten schlechtere Erreichbarkeit und wirtschaftliche Nachteile bis hin zur Existenzgefährdung. Die FW/UNA nimmt diese Sorgen ernst.
Offen ist, wie sich die Verlagerungen auf Kreuzungen, Rückstaus und Verkehrssicherheit auswirken. Die FW/UNA beantragte deshalb eine Mikrosimulation. Die Stadtverwaltung übernahm den Antrag ohne Beschluss des Gremiums. Ein animiertes Verkehrsflussvideo soll Abläufe und Engstellen zeigen. Dafür sollen lediglich bereits erhobene Daten verwendet werden; ein neues Gutachten ist nicht erforderlich.
„Eine nachhaltige Entlastung der Innenstadt gelingt aus unserer Sicht nur mit einem Gesamtkonzept, das auch die Nordumgehung einbezieht“, erklärt Gruber.
